Netzwerk Kinderrechte

Neuer Leitfaden für Fachpersonen zur weiblichen Genitalbeschneidung und Kindsschutz

Das Netzwerk Mädchenbeschneidung Schweiz hat in Zusammenarbeit mit UNICEF Schweiz und Liechtenstein sowie Kinderschutz Schweiz einen neuen Leitfaden zu weiblicher Genitalbeschneidung und Kindesschutz für Fachpersonen erarbeitet. Ziel des Leitfadens ist es aufzuzeigen, wie gefährdete Mädchen vor einer Beschneidung geschützt werden können.

Der Leitfaden will Fachpersonen zu weiblicher Genitalbeschneidung (Female Genital Mutilation/Cutting, kurz FGM/C) im Kontext Kindesschutz sensibilisieren und bietet praxisbezogene Hilfestellungen für konkrete Fälle. Er richtet sich einerseits an Fachpersonen, die im Bereich Kindesschutz tätig sind und andererseits an Fachpersonen, die in ihrem Berufsalltag mit von FGM/C betroffenen oder gefährdeten Mädchen und Frauen zu tun haben.


Der Leitfaden behandelt FGM/C im Kontext Kindesschutz

Im Leitfaden des Netzwerks Mädchenbeschneidung Schweiz wird festgehalten, was bei FGM/C besonders ist im Vergleich zu anderen Formen von Gewalt an Kindern:

«Grundsätzlich gestaltet sich der Umgang mit FGM/C analog zu anderen Formen von Gewalt an Kindern. Bei FGM/C kommt hinzu, dass es eine sehr spezifische Form von Kindeswohlgefährdung ist und es dessen Spezifika zu berücksichtigen gilt: Es gelten andere Risikofaktoren als bei anderen Formen von innerfamiliärer Gewalt. Die Gefährdung geht zwar auch hier von Personen aus der Familie bzw. dem sozialen Nahbereich des Mädchens aus. FGM/C kann jedoch als isolierte Gefährdungssituation vorkommen, ohne dass es weitere Anhaltspunkte für Gewalt oder Missbrauch in der Familie gibt. Erschwerend kommt bei gewissen Fällen ein transnationaler Aspekt hinzu (gefährdete Mädchen befinden sich im Ausland oder sollen ins Ausland gebracht werden).»


Leitfaden

Mehr Informationen zu Kindeschutz und FGM/C

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