Kindergerechtigkeits-Check

Kinder fragen zu Recht - antworten Sie!

Im Jahr 2013 hat das Netzwerk Kinderrechte Schweiz die Kampagne «Kinder fragen zu Recht» lanciert, mit dem Ziel, das Bewusstsein für die UN-Kinderrechtskonvention als integrales Element einer konkreten Kinder und Jugendpolitik zu schärfen.

Kampagne Kinderrechte.ch Bild 1
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Die Kampagne richtet sich an alle Stellen oder Gremien mit Steuerungs-, Austausch- und Koordinationsaufgaben in der kantonalen Kinder- und Jugendpolitik und somit primär an die kantonale Verwaltung.


Kinderrechte sind im Alltag der Politik ein Querschnittsthema, das alle staatlichen Bereiche betrifft. In der Praxis sind Kinderrechte üblicherweise in der Sozial- und Bildungspolitik gut verankert – hierzu zählen die Kinder- und Jugendhilfe, der Kindesschutz und die Kinder- und Jugendförderung. Wenig Beachtung finden die Kinderrechte jedoch in den Institutionen der Finanz-, Verkehrs-, Migrations-, Wirtschafts- und Sicherheitspolitik.


Verantwortliche und Mitarbeitende in kantonalen Verwaltungen haben indirekt oder direkt mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Sie sind in der Planung, Durchführung, Überprüfung oder Auswertung von staatlichen Aufgaben tätig. Auch in Departementen, die nicht direkt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, werden Entscheidungen getroffen, die einen Einfluss auf deren Lebensbedingungen haben.


Kindergerechtigkeits-Check

Die Idee eines auf den Kinderrechten basierenden Instruments, welches die Verantwortlichen in den Parlamenten und in Verwaltungen unterstützt, Gesetze und Massnahmen kinder- und jugendgerecht zu planen und umzusetzen, wurde in vielen europäischen Ländern diskutiert. Das umfassendste und am vielfältigsten einsetzbare Modell ist das 2006 veröffentlichte «Children’s Rights Impact Assessment» der schottischen Kinder- und Jugendanwaltschaft. Ähnliche Instrumente wurden in anderen europäischen Ländern, unter anderem in Schweden und Österreich, entwickelt.


In Anlehnung an das Modell der Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark hat das Netzwerk Kinderrechte Schweiz einen Leitfaden für einen eigenen Kindergerechtigkeits-Check entwickelt. Der Kindergerechtigkeits-Check ist in erster Linie ein Instrument, welches die Verantwortlichen in der Planung und Durchführung von Projekten und Prozessen in der Verwaltung unterstützt.


Die Ziele dieses Kindergerechtigkeits-Checks sind:

  • die Sensibilisierung der öffentlichen Verwaltung auf die Kinderrechte.
  • die Interessen und Rechte von Kindern zu einem möglichst frühen Zeitpunkt in politische Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse miteinzubeziehen.
  • Massnahmen, die Kinder und Jugendliche betreffen, entsprechend zu koordinieren.


Leitfaden Kindergerechtigkeits-Check

Kindergerechtigkeits-Check, Voruntersuchung

Kindergerechtigkeits-Check, Hauptuntersuchung


Handlungsfelder

Kinderrechte im Alltag bedeuten für Kinder und Jugendliche, dass sie in einer sicheren Umgebung und ohne Diskriminierung leben und aufwachsen können, dass sie sich frei äussern können und ihre Meinung bei Entscheidungen, die andere für sie treffen, berücksichtigt wird.


Die Grundlagen dazu sind entsprechende Gesetze und Verordnungen sowie eine definierte Kinder- und Jugendpolitik. Für deren Umsetzung sind in erster Linie staatliche Stellen verantwortlich. Ihre Haltung und ihre Handlungen sollen die sichtbaren Ergebnisse dieser Politik sein, wobei die Kinderrechte eine zentrale Grundlage dieses Handelns bilden.

Verschiedene Handlungsfelder sind von zentraler Bedeutung:

  • Diskriminierungsschutz: Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht.
  • Name und Staatsangehörigkeit: Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit.
  • Gesundheit: Das Recht auf Gesundheit.
  • Bildung und Ausbildung: Das Recht auf Bildung und Ausbildung.
  • Freizeit, Spiel und Erholung: Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung.
  • Information und Partizipation: Das Recht sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln.
  • Privatsphäre: Das Recht auf eine Privatsphäre und eine Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens.
  • Hilfe und Schutz. Das Recht auf sofortige Hilfe bei Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung.
  • Familie und Fürsorge: Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause.
  • Behinderung: Das Recht auf Betreuung bei Behinderung.


Kampagnenmaterial

Poster Sujet 1: Meinungsäusserung

Poster Sujet 2: Bildung

Poster Sujet 3: Freizeit (Spielen)

Poster Sujet 4: Lebensstandard

Poster Sujet 5: Freizeit (Platz)