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Aufbau eines nationalen Armutsmonitorings

Der Bund baut zurzeit ein nationales Armutsmonitoring auf – gemeinsam mit Kantonen, Gemeinden und Organisationen der Zivilgesellschaft. Es soll die Armutslage der Bevölkerung beschreiben und aufzeigen, was über die Wirksamkeit von Strategien zur Bekämpfung und Prävention von Armut bekannt ist. Der erste Bericht erscheint 2025 und wird einen Lebenslagen-Ansatz verfolgen.

Die Prävention und Bekämpfung von Armut ist Aufgabe von Kantonen, Gemeinden und Städten. Der Bund unterstützt diese seit mehreren Jahren im Rahmen der Nationalen Plattform gegen Armut. Mit der 2020 überwiesenen Motion der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-N) hat der Bund nun zusätzlich die Aufgabe, ein nationales Armutsmonitoring einzurichten. Dem Parlament soll daraus alle fünf Jahre ein Bericht vorgelegt werden, der dem Bund, den Kantonen und Gemeinden Steuerungswissen für die Armutsbekämpfung bereitstellt. Der erste Bericht wird 2025 erscheinen.

Die Federführung bei der Erstellung des nationalen Armutsmonitorings liegt beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Dabei beruht die Definition von Armut auf einem mehrdimensionalen Verständnis: Das Konzept unterscheidet insgesamt sieben Dimensionen von Armut: Finanzen, Bildung, Gesundheit, Erwerbsintegration, Wohnen, soziale Beziehungen und politische Teilhabe. Jede dieser Dimensionen übernimmt im Monitoring eine doppelte Funktion: Sie beschreibt einerseits einen Lebensbereich von armutsbetroffenen Menschen. Andererseits handelt es sich um ein Politikfeld, das für die Bekämpfung und Prävention von Armut von massgeblicher Bedeutung ist.


Aus Sicht der Armutsprävention ist die Familienarmut mit Blick auf die Zukunftsperspektiven betroffener Kinder ein besonders wichtiges Handlungsfeld. Knappe Ressourcen und eine hohe psychische Belastung wirken sich negativ auf die Entwicklungschancen der Kinder aus. Zwar ist die Bekämpfung der Familienarmut ein aktueller Schwerpunkt der Plattform gegen Armut (2022-2024), jedoch sind Kinder und Jugendliche zurzeit noch kein ersichtlicher Schwerpunkt im Konzept des Armutsmonitorings. Es ist daher zwingend, dass die Familienarmut, insbesondere die Auswirkung der Armut auf die Entwicklung und die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen, ein zentraler Fokus des Armutsmonitorings wird. Insbesondere auch in denjenigem Teil des Monitorings, in dem analysiert werden soll, mit welchen Strategien Armut bekämpft wird und was über deren Wirksamkeit bekannt ist.


Weitere Informationen

Nationales Armutsmonitoring im Aufbau: erster Bericht erscheint 2025 (Soziale Sicherheit CHSS April 2022)

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