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13.12.2013

Vernehmlassung eröffnet: Meldepflicht bei Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohls

Der Bundesrat möchte die Meldepflicht bei Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohls ausdehnen und eröffnet die Vernehmlassung zu einer Änderung des Zivilgesetzbuches.

Wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist, sind nach geltendem Recht nur Personen in amtlicher Tätigkeit verpflichtet, dies der Kindesschutzbehörde zu melden. Um misshandelte Kinder unmittelbar und wirksam zu schützen, will der Bundesrat diese Meldepflicht neu auf alle Fachpersonen ausdehnen, die beruflich regelmässig Kontakt zu Kindern haben. Dies betrifft zum Beispiel Fachpersonen aus den Bereichen Medizin, Psychologie, Pflege, Bildung und Erziehung, Betreuung, Sozialberatung und Sport.

Mit der Einführung einer allgemeinen Meldepflicht, mit welcher der Bundesrat die Motion "Schutz des Kindes vor Misshandlung und sexuellem Missbrauch" von Nationalrätin Josiane Aubert umsetzen will, soll gewährleistet werden, dass die Kindesschutzbehörde rechtzeitig die nötigen Massnahmen zum Schutz eines gefährdeten Kindes treffen kann. Damit soll verhindert werden, dass Kinder in einer Situation allein gelassen werden, aus der ihnen langfristige, gravierende Schäden entstehen können.

Ausnahme für Fachpersonen, die dem Berufsgeheimnis unterliegen
Untersteht eine Fachperson dem Berufsgeheimnis, soll sie nicht verpflichtet, aber dazu berechtigt sein, eine Meldung an die Kindesschutzbehörde zu machen.

Vernehmlassung

  • Die Vernehmlassung dauert bis zum 31. März 2014.
  • Erläuternder Bericht zum Vernehmlassungsentwurf zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Kindesschutz)
  • Entwurf zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Kindesschutz)