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05.09.2013

Prävention von Jugendgewalt: Strategien statt Einzelmassnahmen

Erstmals liegt eine umfassende Übersicht über die Gewaltprävention in der Schweiz vor. Sie zeigt, dass umfassende Gewaltpräventionsstrategien gegenüber Einzelmassnahmen zu bevorzugen sind.

Was unternehmen Kantone, Städte und Gemeinden zur Prävention von Gewalt unter Jugendlichen? Welche Grundlagen bestehen und wer ist in den Kantonen für die Gewaltprävention zuständig? Das von Bund, Kantonen und Gemeinden gemeinsam getragene Programm Jugend und Gewalt hat zur Beantwortung dieser Fragen eine gesamtschweizerische Übersicht erstellen lassen. Unter www.jugendundgewalt.ch stehen online Portraits aller 26 Kantone und 33 ausgewählter Städte und Gemeinden zur Verfügung. Ausserdem bietet eine Datenbank Zugang zu einer Auswahl an Präventionsmassnahmen.

Die vom Programm Jugend und Gewalt beauftragten Forschenden kommen im Bericht zum Schluss, dass es sich selbst für kleine Kantone und Gemeinden lohnt, in eine Gewaltpräventionsstrategie zu investieren. Isolierte Einzelmassnahmen sind hingegen nicht geeignet, Probleme wirkungsvoll zu bekämpfen. Je nach Situation ist eine Kombination von Massnahmen bezogen auf Familie, Schule, Freizeit und den öffentlichen Raum angezeigt. Zielführend sein kann beispielsweise eine Kombination von Massnahmen zur Förderung von sozialen Kompetenzen bei Kindern, zur Verbesserung des Schulklimas in Verbindung mit gezielten Massnahmen gegen Mobbing sowie leicht zugängliche und betreute Freizeitangebote für Jugendliche in Verbindung mit mobilen Interventionsteams im öffentlichen Raum.